English
Was zahlt die Rechtsschutzversicherung? Leistungen, Grenzen, Praxis

Was zahlt die Rechtsschutzversicherung? Leistungen, Grenzen, Praxis

Ein Rechtsstreit kostet schnell mehrere tausend Euro – Anwalt, Gericht, Gutachter, und bei Niederlage auch die Gegenseite. Genau diese Kostenrisiken übernimmt die Rechtsschutzversicherung. Hier bekommst du den vollständigen Überblick, was versichert ist, was nicht – und wie du im Fall der Fälle an deine Deckungszusage kommst.

Diese Kosten übernimmt der Rechtsschutz

  • Eigene Anwaltskosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) – dabei gilt die freie Anwaltswahl: Du bist berechtigt, deinen Rechtsanwalt „frei zu wählen" (Quelle: § 127 VVG, gesetze-im-internet.de).
  • Gerichtskosten inklusive Gebühren für Zeugen und gerichtliche Sachverständige.
  • Kosten der Gegenseite, wenn du verlierst – denn die unterlegene Partei „hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen, insbesondere die dem Gegner erwachsenen Kosten zu erstatten" (Quelle: § 91 ZPO, gesetze-im-internet.de).
  • Strafkautionen im Ausland als zinsloses Darlehen – für Auslandsfälle besonders relevant.
  • Mediation und außergerichtliche Einigung – oft der schnellste Weg, von guten Tarifen aktiv gefördert.
  • Telefonische Erstberatung durch Partneranwälte, auch in nicht versicherten Rechtsgebieten.

Die vier klassischen Leistungsbausteine

Privatrechtsschutz (Verträge, Schadensersatz, Steuern, Sozialrecht) · Berufsrechtsschutz (Kündigung, Abmahnung, Zeugnis, Gehalt) · Verkehrsrechtsschutz (Unfall, Bußgeld, Führerschein) · Wohnungs-/Immobilienrechtsschutz (Miete, Nebenkosten, Eigentum). Als Expat oder Auswanderer solltest du zusätzlich auf die Auslandsgeltung achten – Details im Ratgeber Rechtsschutz international.

Was zahlt die Rechtsschutzversicherung NICHT?

Vorsätzliche Straftaten, Streitigkeiten unter mitversicherten Personen desselben Vertrags, Bau- und Architektenstreitigkeiten, spekulative Kapitalanlagen (je nach Tarif), Fälle vor Vertragsbeginn und innerhalb von Wartezeiten sowie Bagatellen unterhalb der Selbstbeteiligung. Wichtig: Der Versicherer prüft die Erfolgsaussichten – bei Ablehnung hilft der Stichentscheid (siehe Hauptseite).

So läuft die Kostenübernahme in der Praxis

  1. Rechtsschutzfall bei uns melden (→ schadenmeldung) – wir holen die Deckungszusage ein. 2. Anwalt frei wählen – gerne empfehlen wir spezialisierte Kanzleien. 3. Deckungszusage abwarten, dann beauftragen. 4. Abrechnung läuft direkt zwischen Anwalt und Versicherer; du zahlst nur die vereinbarte Selbstbeteiligung.

Häufige Fragen zu den Leistungen

Zahlt die Rechtsschutzversicherung rückwirkend?

Nein, der Rechtskonflikt muss nach Vertragsbeginn (und nach etwaigen Wartezeiten) entstanden sein. Deshalb: absichern, bevor es kracht.

Übernimmt der Rechtsschutz ein Honorar über den RVG-Sätzen?

Grundsätzlich werden die gesetzlichen Gebühren nach RVG erstattet; individuelle Honorarvereinbarungen darüber hinaus trägst du selbst, sofern der Tarif nichts anderes vorsieht.

Was kostet mich ein verlorener Prozess mit Rechtsschutz?

In versicherten Fällen nur die Selbstbeteiligung (üblich 150–500 €). Anwalt, Gericht und gegnerische Kosten trägt der Versicherer im Rahmen der Versicherungssumme.

Kenne deine Rechte – und lass sie bezahlen: Versicherungs-Check starten (/versicherungs-check).

Quellen: § 127 VVG – Freie Anwaltswahl, gesetze-im-internet.de · § 91 ZPO – Grundsatz und Umfang der Kostenpflicht, gesetze-im-internet.de · Updated: 2026

Cookie-Einstellungen

Diese Website setzt für verschiedene Funktionen Cookies ein. Teilweise handelt es sich hierbei um sogenannte Drittanbieter-Cookies. Durch die Auswahl, welche Funktionen der Website Sie aktivieren möchten, nehmen Sie Einfluss auf Ihre in Cookies gespeicherten persönlichen Daten.

Ausführliche Informationen zu den gesetzten Cookies und Möglichkeiten des Widerrufs entnehmen Sie der Datenschutzerklärung.

Erstinformationen